Stefan-Kamins-Straße in Euskirchen: Eine besondere Würdigung am Veteranentag
Mein erster Blick auf die Stefan-Kamins-Straße
Heute Nachmittag war ich zu einem Termin in der Mercator-Kaserne. Als ich anschließend das Gelände verließ, fiel mein Blick auf ein Straßenschild, das ich bisher nur von Fotos kannte: Stefan-Kamins-Straße.
Obwohl die feierliche Umbenennung bereits am Samstag, dem 13. Juni 2026, im Rahmen des Veteranentages stattgefunden hatte, war es für mich etwas Besonderes, das Schild zum ersten Mal selbst zu sehen. Aus einem Straßennamen wird plötzlich ein sichtbares Zeichen der Erinnerung, das jeden Tag daran erinnert, dass hinter Uniformen Menschen und Geschichten stehen.
Warum die Straße nach Stefan Kamins benannt wurde
Stefan Kamins war der erste Soldat des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw), der aus einem Auslandseinsatz nicht zurückkehrte. Sein Tod hat Kameradinnen und Kameraden, Freunde und Angehörige tief bewegt. Mit der Benennung der Stefan-Kamins-Straße bleibt sein Name dauerhaft sichtbar und die Erinnerung an ihn lebendig.
Die feierliche Umbenennung war aus meiner Sicht ein würdiger und passender Bestandteil des Veteranentages. Die Stadt Euskirchen hat gemeinsam mit der Bundeswehr und zahlreichen Unterstützern einen respektvollen und emotionalen Rahmen geschaffen. Der Veteranentag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen und ihre Leistungen für unser Land anzuerkennen.
Die Menschen hinter der Initiative
Hinter einer solchen Ehrung stehen oft Menschen, die viel Zeit und Herzblut investieren. Die Initiative zur Umbenennung der Straße in Stefan-Kamins-Straße wurde von Jürgen Görlich angestoßen, der sich mit großem Engagement für diese Form des Gedenkens eingesetzt hat.
Unterstützt wurde er dabei von meinem persönlichen „Lieblings-Stabsfeldwebel“ André Korb, der das Vorhaben von Anfang an begleitet und mit viel Einsatz vorangetrieben hat. Dass diese besondere Würdigung nun Wirklichkeit geworden ist, ist auch ihrem Engagement zu verdanken.
Veteranentag in Euskirchen mit vielen Unterstützern
Beeindruckend war auch, wie viele Vereine, Verbände, Organisationen und engagierte Menschen zum Gelingen des Veteranentages beigetragen haben. Ob Veteranenkultur, das Bundeswehr-Sozialwerk, der Sozialdienst der Bundeswehr, die Soldaten- und Veteranen-Stiftung, die Gesellschaft für Sicherheitspolitik, das Netzwerk der Frauen der Bundeswehr meet B(w), Gesichter des Lebens mit Daniela Skrzypczak, der Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V. mit Hauptmann Kai Matschullis und viele weitere Unterstützer – sie alle haben dazu beigetragen, dass dieser Tag zu einem würdigen Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für unsere Veteraninnen und Veteranen wurde.

Besonders gefreut hat mich auch, das Netzwerk meet B(w) kennenzulernen. Das Netzwerk von Frauen für Frauen bei der Bundeswehr setzt sich für Austausch, Unterstützung und Sichtbarkeit ein. Solche Initiativen zeigen, wie vielfältig die Bundeswehrgemeinschaft ist und wie wichtig Zusammenhalt auch über den eigentlichen Dienst hinaus bleibt.
Die Familie von Stefan Kamins im Mittelpunkt
Besonders bewegend war die Anwesenheit der Familie von Stefan Kamins. Zu sehen, wie seine Angehörigen an diesem besonderen Moment teilhaben konnten, hat viele Menschen berührt.
In solchen Augenblicken wird deutlich, dass hinter jeder Uniform ein Mensch steht und hinter jedem gefallenen Soldaten eine Familie, die mit diesem Verlust leben muss. Die Emotionen waren spürbar und machten die Bedeutung dieser Ehrung noch greifbarer.
Warum mich die Stefan-Kamins-Straße persönlich berührt
Ich selbst war mehrfach im Auslandseinsatz. Die längste und prägendste Zeit verbrachte ich dabei in Afghanistan. Später folgten weitere Einsätze, unter anderem in Mali und Italien. Jeder Einsatz war anders, doch eines hatten sie alle gemeinsam: Man verlässt für mehrere Monate sein gewohntes Leben.
Zuhause laufen Geburtstage, Familienfeiern, Schulveranstaltungen und viele kleine Momente des Alltags weiter, während man selbst tausende Kilometer entfernt seinen Auftrag erfüllt. Stattdessen besteht der Alltag aus Dienst, Sicherheitsvorgaben, Kameradschaft und dem Wissen, dass man sich jederzeit auf die Menschen um sich herum verlassen können muss.
Gerade Afghanistan hat mich geprägt. Dort habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten sein können und wie wichtig Zusammenhalt ist. Man lernt Menschen kennen, mit denen man unter normalen Umständen wahrscheinlich nie in Berührung gekommen wäre. Manche dieser Begegnungen vergisst man nie. Gleiches gilt für die Kameradinnen und Kameraden, mit denen man viele Monate zusammenarbeitet, lebt und oft auch schwierige Situationen meistert.
Wenn man mehrere Einsätze erlebt hat, entwickelt man einen besonderen Blick auf Themen wie Erinnerung und Kameradschaft. Man kennt die Freude, nach Monaten wieder nach Hause zurückzukehren. Gleichzeitig weiß man, dass diese Rückkehr nicht für alle selbstverständlich ist.
Weitere persönliche Einblicke in meinen Dienstalltag, Auslandseinsätze und das Leben als Soldatin findest du in der Kategorie Bundeswehr & Einsätze.
Vielleicht hat mich die Stefan-Kamins-Straße deshalb heute so bewegt. Als ich vor dem Schild stand, musste ich an einen Gedanken denken, der mich auch beim Schreiben meines Kinderbuches „Mama, warum trägst du eine Uniform?“ begleitet hat: Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch. Ein Mensch mit einer Geschichte, einer Familie, Freunden, Träumen und Plänen für die Zukunft. Genau daran erinnert die Stefan-Kamins-Straße. Nicht an einen Dienstgrad oder eine Verwendung, sondern an einen Menschen, der nicht vergessen werden soll.
Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch. Mehr zu meinen Büchern und Projekten findest du in der Kategorie Bücher & Projekte.
Ein bleibendes Zeichen der Erinnerung
Der Veteranentag bot die Gelegenheit, Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen, ihre Geschichten zu erzählen und ihnen Anerkennung entgegenzubringen. Die Umbenennung der Stefan-Kamins-Straße war dafür ein starkes und bleibendes Zeichen.
Sie verbindet Erinnerung, Respekt und Dankbarkeit auf eine Weise, die weit über diesen einen Tag hinaus Bestand haben wird. Für mich war der heutige Blick auf das Straßenschild mehr als nur ein kurzer Moment auf dem Weg nach Hause. Er war eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die Menschen hinter den Uniformen nicht zu vergessen.
Die Stefan-Kamins-Straße wird künftig jeden Tag daran erinnern.

Veteranentag
Der Veteranentag soll die Leistungen von Veteraninnen und Veteranen sichtbar machen und die Verbindung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft stärken. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website des Veteranentages.
Bundeswehr
Wer mehr über die Bundeswehr und ihre Einsätze erfahren möchte, findet umfangreiche Informationen auf der offiziellen Website der Bundeswehr.
Stadt Euskirchen
Die Stadt Euskirchen hat den Veteranentag und die Straßenumbenennung in einem würdigen Rahmen begleitet. Weitere Informationen zur Stadt gibt es auf der offiziellen Website der Kreisstadt Euskirchen.
Karfreitagsgefecht 2010 – Erinnerungen aus Kunduz und Masar e Sharif

Es gibt Momente, die kündigen sich nicht an und trotzdem verändern sie alles, weil aus einem ganz normalen Einsatztag innerhalb kürzester Zeit etwas wird, das sich nicht mehr einordnen lässt und das man auch Jahre später nicht einfach nur als Erinnerung beschreibt, sondern als Gefühl, das immer wieder hochkommt, sobald man an das Karfreitagsgefecht 2010 denkt.
Ich weiß noch genau, wie wir dort standen, irgendwo zwischen Alltag und Auftrag, in einer Situation, die sich zunächst nicht anders angefühlt hat als viele andere zuvor, bis diese Nachricht kam und sich etwas in uns allen verschoben hat, nicht laut und nicht sichtbar für Außenstehende, sondern leise, fast unmerklich und doch so deutlich, dass jeder sofort wusste, dass dieser Tag nicht mehr einfach weitergehen würde wie geplant.
Das Karfreitagsgefecht 2010 gilt bis heute als eines der prägendsten Ereignisse im Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, doch das, was ich erinnere, ist kein Begriff und keine Einordnung, sondern dieser eine Moment, in dem aus Alltag plötzlich Realität geworden ist.
Man hat sich angeschaut, man hat vielleicht ein paar Worte gewechselt, aber vieles blieb unausgesprochen, weil es nichts gab, was man in diesem Moment hätte sagen können, ohne dass es sich falsch angefühlt hätte, und genau dieses gemeinsame Schweigen, dieses Verstehen ohne Erklärung, ist das, was mir bis heute am stärksten in Erinnerung geblieben ist.

Später standen wir zusammen, enger als sonst, ruhiger als sonst, und während gesprochen wurde, während der Chef Worte gefunden hat und auch der Militärpfarrer versucht hat, diesem Moment einen Rahmen zu geben, habe ich gemerkt, dass ich zwar zuhöre, aber gleichzeitig in meinen eigenen Gedanken feststecke, weil das, was gesagt wurde, wichtig war, aber niemals das ausdrücken konnte, was sich in diesem Moment in mir abgespielt hat.
Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr war über viele Jahre hinweg geprägt von genau solchen Momenten, die man von außen nur schwer greifen kann, weil sie nicht laut sind, sondern sich leise einprägen.
Es war nicht die Rede, die geblieben ist, sondern dieses Gefühl zwischen den Worten, diese kurzen Pausen, in denen niemand gesprochen hat und in denen man gespürt hat, dass jeder genau weiß, worum es geht, ohne dass es noch einmal ausgesprochen werden muss.
Ich erinnere mich an Blicke, an dieses kurze Nicken, an dieses stille Einverständnis, das mehr gesagt hat als jede noch so gut formulierte Ansprache es hätte tun können.

Es gibt Augenblicke, die sich festsetzen, weil sie anders sind als alles, was man sonst erlebt, weil sie nicht geplant sind und weil sie genau deshalb so ehrlich sind, und genau so ein Moment war es, als sich das Spalier gebildet hat, ohne dass jemand groß etwas anordnen musste, weil jeder einfach wusste, wo er hingehört.
Ich stand dort, habe nach vorne geschaut und gleichzeitig versucht zu begreifen, was eigentlich gerade passiert, und ich kann bis heute nicht genau sagen, was schwerer war, dieser Moment selbst oder das Wissen dahinter, weil beides so eng miteinander verbunden war, dass man es nicht voneinander trennen konnte.

Dieser Weg, dieses Spalier, diese Stille, die sich über alles gelegt hat, obwohl so viele Menschen da waren, hat sich eingebrannt, nicht als einzelnes Bild, sondern als Gefühl, das bis heute da ist und das sich nicht abschütteln lässt, egal wie viel Zeit vergeht.
Ich erinnere mich daran, wie jeder einzelne Schritt sich anders angefühlt hat, langsamer vielleicht, bewusster, und gleichzeitig war da dieses Wissen, dass der Einsatz weitergeht, dass der Alltag wiederkommt und dass genau das vielleicht das Schwerste daran ist, weil sich für einen Moment alles verändert und danach doch wieder alles seinen gewohnten Lauf nimmt.

Die Bilder, die in Kunduz und in Masar e Sharif entstanden sind, zeigen genau diesen Moment, nicht den Rückblick, nicht das Erinnern mit Abstand, sondern dieses Dazwischen, dieses Erleben im Hier und Jetzt, in dem man funktioniert und gleichzeitig spürt, dass etwas bleibt.
Wenn ich sie heute anschaue, sehe ich nicht nur das, was darauf zu erkennen ist, sondern ich bin sofort wieder dort, ich spüre diese Atmosphäre, diese Mischung aus Nähe, Zusammenhalt und diesem Gefühl, das man nicht wirklich erklären kann, weil es sich nicht in Worte pressen lässt.
Viele Jahre später wird erinnert, es werden Reden gehalten, es wird eingeordnet und erklärt, und das ist wichtig, weil es dazugehört und weil es Raum schafft für das, was war, und genau solche Formen des Erinnerns werden unter anderem auch durch Organisationen wie den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge getragen.
Diese Bilder gehören nicht zu dem, was man Jahre später mit Abstand betrachtet und in Worte fasst, sondern zu genau diesem Moment, in dem wir dort standen, nebeneinander, und wussten, dass Kameraden gefallen sind, und vielleicht ist es genau das, was sie so besonders macht, weil sie nicht erklären, nicht einordnen und nichts beschönigen, sondern einfach zeigen, wie es sich angefühlt hat, in dieser Situation zu sein, in der Nähe, in der Stille, in diesem gemeinsamen Verstehen, das ohne große Worte auskommt und trotzdem alles sagt.
Und genau deshalb fühlen sie sich auch heute noch anders an, weil sie nicht nur Bilder sind, sondern Erinnerungen, die geblieben sind und die ihren festen Platz haben, verbunden mit Menschen, die Teil davon waren und es immer bleiben werden.
Für unsere gefallenen Kameraden, die Teil dieser Erinnerungen sind und es immer bleiben werden.
Unvergessen.
👉 Wenn du mehr über den Alltag im Einsatz lesen möchtest, findest du hier weitere persönliche Einblicke:
→ Einsatz-Serie
Gedenkfeier in Bielefeld zum Karfreitagsgefecht 02.04.2010
Ein Tag, der mehr ist als Erinnerung

Die Gedenkfeier Bielefeld Karfreitagsgefecht ist ein Tag, der sich nicht einfach einordnen lässt, weil er mehr ist als ein Datum im Kalender und mehr als ein Termin, den man wahrnimmt und danach wieder zur Seite legt, sondern ein Tag, der bleibt, der nachwirkt und der etwas in einem auslöst, das man nicht wirklich in Worte fassen kann.
Der 02. April 2010 ist genau so ein Tag.
Am Samstag (11.04.2026) durfte ich in Bielefeld an dieser Gedenkfeier teilnehmen, und schon auf dem Weg dorthin war dieses Gefühl da, das man kaum erklären kann, weil es irgendwo zwischen Respekt, Anspannung und einer tiefen inneren Verbundenheit liegt, die sich erst richtig zeigt, wenn man vor Ort ist.
Eingeladen wurde ich von Volker Lehmann, und allein diese Einladung hat für mich schon eine besondere Bedeutung gehabt, weil sie zeigt, wie wichtig es ist, solche Tage gemeinsam zu begehen und die Erinnerung lebendig zu halten.
Das Karfreitagsgefecht – was bleibt
Am 02.04.2010 verloren drei deutsche Soldaten in Afghanistan ihr Leben, Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.
Drei Namen, die für viele vielleicht nur Teil eines Ereignisses sind, die aber für uns für weit mehr stehen, weil hinter jedem Namen eine Geschichte steckt, ein Leben, Kameradschaft, Verantwortung und all das, was diesen Dienst ausmacht.
Dieses Gefecht hat sich eingebrannt, nicht nur in die Geschichte der Bundeswehr, sondern auch in die Gedanken und Erinnerungen vieler, die diese Zeit miterlebt haben oder die sich mit ihr verbunden fühlen.
Ein Ort voller Bedeutung mitten im Alltag
Die Gedenkfeier fand am Martin-Augustyniak-Platz in Bielefeld statt, einem Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, eingebettet in ein ganz normales Wohngebiet, umgeben von Häusern und Alltag, und genau das macht ihn so besonders.
Während rundherum das Leben ganz normal weitergeht, entsteht genau dort eine Atmosphäre, die sich deutlich davon abhebt, getragen von den Fahnen, den Kränzen, den Kerzen und vor allem von den Menschen, die gekommen sind.
Unter ihnen war auch die Royal British Legion aus Gütersloh, die mit einer Fahnenabordnung vor Ort war und diesem Moment zusätzlich eine besondere Würde und internationale Verbundenheit verliehen hat.

Man spürt sofort, dass dieser Ort mehr ist als nur ein Platz, weil er Erinnerungen trägt, die nicht sichtbar sind und doch für jeden spürbar werden, der dort steht.
Die Zeremonie – leise und doch so intensiv
Die Zeremonie selbst war ruhig, würdevoll und gleichzeitig unglaublich intensiv, ohne laut sein zu müssen, weil genau diese leisen Momente oft mehr sagen als jede große Geste.
Besonders bewegt hat mich die Rede einer Vertreterin des ukrainischen Kulturforums, die mit sehr eindringlichen Worten gesprochen hat und dabei eine Tiefe vermittelt hat, die spürbar war, ohne dass sie laut werden musste.

Im Anschluss daran hat sie gemeinsam mit weiteren Damen gesungen, unter anderem „Halleluja“ auf Ukrainisch, und genau dieser Moment hat mich tief berührt, weil es eine Mischung aus Trauer, Erinnerung und gleichzeitig so viel Gefühl war, dass mir die Tränen gelaufen sind, ohne dass ich es wirklich hätte zurückhalten können.

Worte reichen hier kaum aus, deshalb möchte ich ihn mit euch teilen.
Es war einer dieser Augenblicke, in denen Musik mehr sagt als Worte und in denen man merkt, wie nah einem alles geht, auch wenn man versucht, es im Griff zu behalten.
Während all das passiert, merkt man, wie Gedanken zurückkommen, wie Bilder wieder da sind und wie nah sich alles anfühlt, selbst nach so vielen Jahren.
Ich erinnere mich an vieles, als wäre es gestern, an Situationen, an Gespräche, an Gefühle und vor allem an dieses Danach, an das Spalier und an dieses stille Verstehen untereinander, bei dem keiner viele Worte braucht, weil jeder genau weiß, was gemeint ist.

Begegnungen, die bleiben
Was diesen Tag für mich zusätzlich besonders gemacht hat, waren die Begegnungen, die Gespräche und die Menschen, die vor Ort waren.
Ich habe unter anderem Patrick Leichert getroffen, den man auch auf dem Foto mit mir und meinem Buch sieht, und gerade die Gespräche im Nachhinein waren es, die diesen Tag noch einmal auf eine ganz eigene Weise geprägt haben, weil sie gezeigt haben, wie viel hinter solchen Begegnungen steckt.

Darüber hinaus war auch Aydin Özan von der Bezirksvertretung Bielefeld Brackwede vor Ort, und genau diese Mischung aus unterschiedlichen Menschen, Hintergründen und Verbindungen macht solche Gedenkveranstaltungen so besonders.

Man sieht sich, man spricht miteinander, man teilt Gedanken oder steht einfach gemeinsam dort, und genau in diesen Momenten wird deutlich, wie stark diese Verbindung ist, auch ohne viele Worte.
Zwischen Erinnerung und Gegenwart
Nach der eigentlichen Gedenkfeier entstehen diese besonderen Momente, die man nicht planen kann, Gespräche, Begegnungen, gemeinsames Erinnern und auch ein Stück Alltag, das langsam wieder zurückkehrt.
Ich hatte die Möglichkeit, mich auszutauschen, Fotos zu machen und auch mein Buch zu zeigen, und genau diese Mischung aus Erinnerung, Austausch und persönlichem Kontakt macht solche Tage besonders, weil sie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.
Gemeinschaft, die bleibt
Diese Tage zeigen, dass Erinnerung nicht vergeht und dass Gemeinschaft etwas ist, das bleibt, unabhängig davon, wie viel Zeit vergangen ist.

Ehemalige und aktive Soldaten, Kameraden, Angehörige und Menschen, die einfach erinnern wollen, stehen nebeneinander, und genau darin liegt eine Stärke, die man nicht erklären muss, sondern einfach spürt.
Warum wir erinnern
Gedenken bedeutet nicht nur, zurückzuschauen, sondern auch, sich bewusst zu machen, warum wir erinnern und was es mit uns macht.
Diese Tage holen vieles wieder nach oben, was im Alltag oft keinen Platz findet, und genau deshalb sind sie so wichtig, weil sie uns daran erinnern, was Kameradschaft bedeutet, was Einsatz bedeutet und was es heißt, Verantwortung zu tragen.
Wenn du mehr über meine persönlichen Erfahrungen und Gedanken rund um Einsätze und Erinnerung lesen möchtest, findest du hier einen weiteren Einblick
Abschluss
Gestern war kein einfacher Tag, aber ein wichtiger, einer, der nachwirkt, einer, der zeigt, dass Erinnerung nicht vergeht und einer, der uns immer wieder daran erinnert, dass hinter jedem Namen eine Geschichte steht, die niemals vergessen werden darf.
Für unsere gefallenen Kameraden gilt, was bleibt und was immer bleiben wird, wir werden euch nicht vergessen.
FAQ zur Gedenkfeier in Bielefeld
Was ist das Karfreitagsgefecht?
Das Karfreitagsgefecht vom 02.04.2010 war eines der schwersten Gefechte der Bundeswehr in Afghanistan, bei dem deutsche Soldaten gefallen sind und das bis heute tief in Erinnerung geblieben ist.
Wo fand die Gedenkfeier in Bielefeld statt?
Die Gedenkfeier fand am Martin-Augustyniak-Platz in Bielefeld statt, einem Ort, der dem gefallenen Soldaten gewidmet ist und an dem regelmäßig erinnert wird.
Gibt es auch an anderen Orten Gedenkfeiern zum Karfreitagsgefecht?
Ja, die Gedenkfeier in Bielefeld ist eine von vielen, denn auch an anderen Orten in Deutschland wird an diesen Tag erinnert, sei es in Kasernen, bei Kameradschaftstreffen oder im kleineren, persönlichen Rahmen.
Warum sind solche Gedenkfeiern wichtig?
Solche Tage geben Raum für Erinnerung, für Austausch und für das Bewusstsein, was hinter jedem Einsatz steht, und sie zeigen, dass Kameradschaft und Verbundenheit auch über viele Jahre hinweg bestehen bleiben.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zum Karfreitagsgefecht und zum Thema Gedenken findest du auch hier:
Auf der offiziellen Seite der Bundeswehr findest du weiterführende Informationen zu Einsätzen und Gedenkveranstaltungen.
Eine ausführliche Einordnung des Karfreitagsgefechts und der Hintergründe bietet auch dieser Überblick.
👉 https://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitagsgefecht
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge informiert umfassend über Erinnerungskultur und Gedenkarbeit.
Karfreitagsgefecht 02.04.2010 – Erinnerung, die bleibt
Es gibt Tage, die nicht einfach vergehen, weil sie mehr sind als nur ein Datum im Kalender. Der 2. April 2010 gehört für viele genau zu diesen Tagen, denn er steht für einen Einschnitt, für Verluste und für Erinnerungen, die bis heute nachwirken und sich nicht abschütteln lassen, egal wie viele Jahre vergangen sind.
Während Karfreitag für viele Menschen in Deutschland mit Ruhe, Familie oder einem stillen Feiertag verbunden ist, hat dieser Tag im Jahr 2010 eine Bedeutung bekommen, die weit darüber hinausgeht, weil er für das steht, was Soldatinnen und Soldaten im Einsatz erleben können und was dieser Dienst im Ernstfall bedeutet. Das Karfreitagsgefecht ist seitdem nicht nur ein Begriff, sondern ein Symbol für die Realität eines Einsatzes, der lange Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung oft nur am Rand stattgefunden hat.
Wenn ich heute an diesen Tag denke, dann ist es nicht einfach eine Erinnerung, die man aus der Distanz betrachtet, sondern etwas, das sich nah anfühlt, fast so, als wäre es erst gestern gewesen. Ich erinnere mich an alles, als wäre es gestern, und genau das ist es, was solche Tage so besonders macht, weil sie sich nicht einordnen lassen wie andere Erinnerungen, sondern immer wieder auftauchen, mit Bildern, mit Gedanken und mit diesem Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt.
Die Bilder sind da und sie gehen nicht weg.
Und es sind nicht nur die Ereignisse selbst, die bleiben, sondern auch das, was danach kam. Ich erinnere mich an das Danach, an das Spalier, an diese besondere Stille, die sich über alles gelegt hat und die mehr gesagt hat als jedes gesprochene Wort. In diesen Momenten brauchte es keine langen Gespräche, weil jeder wusste, was der andere denkt und fühlt, und genau dieses stille Verstehen ist etwas, das man nur schwer erklären kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat.
Karfreitag 2010 steht für Kameradschaft in ihrer tiefsten Form, für Zusammenhalt auch in den schwersten Momenten und für die Erkenntnis, dass Dienst in der Bundeswehr mehr bedeutet als das, was man von außen oft sieht. Es geht nicht nur um Auftrag und Struktur, sondern auch um Verantwortung, um Vertrauen und im schlimmsten Fall um den höchsten Preis, den ein Mensch geben kann.
An diesem Tag sind drei deutsche Soldaten gefallen:
Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.
Ihre Namen stehen stellvertretend für das, was an diesem Tag geschehen ist, und gleichzeitig erinnern sie daran, dass hinter jedem einzelnen Namen ein Leben steht, eine Geschichte, eine Familie und Menschen, für die sich an genau diesem Tag alles verändert hat. Es sind nicht nur Namen, die man liest oder hört, sondern sie gehören zu unserer Erinnerung, zu unserem Gedenken und zu dem, was wir nicht vergessen dürfen.
Das Karfreitagsgefecht hat vieles verändert, nicht nur für diejenigen, die direkt beteiligt waren, sondern auch für die Wahrnehmung in Deutschland. Plötzlich wurde sichtbarer, was Einsatz wirklich bedeutet, was es heißt, unter Gefahr zu stehen und Entscheidungen treffen zu müssen, die man sich vorher kaum vorstellen kann. Es hat gezeigt, dass hinter dem Begriff Einsatz keine abstrakte Idee steht, sondern eine Realität, die Menschen fordert, prägt und manchmal auch bricht.
Und trotzdem ist es wichtig, nicht nur auf die Härte dieses Tages zu schauen, sondern auch auf das, was ihn darüber hinaus ausmacht. Es ist die Kameradschaft, die bleibt, das Erinnern, das verbindet, und dieses leise Wissen, dass man solche Tage nicht hinter sich lässt, sondern mit sich trägt, ein Leben lang.
Manche Erinnerungen tragen wir nicht nur im Kopf, sondern auch in den Händen. Jeder Coin steht für einen Moment, für einen Einsatz, für Menschen, die man nie vergisst.

Mit jedem Jahr, das vergeht, verändert sich vielleicht die Perspektive, aber nicht die Bedeutung. Die Erinnerungen werden nicht weniger, sie werden nur anders. Man spricht vielleicht seltener darüber, aber an einem Tag wie diesem sind sie sofort wieder da, präsent, greifbar und intensiv.
Karfreitag 2010 ist deshalb kein Tag, den man einfach abhakt. Es ist ein Tag, an dem man innehält, an dem man zurückblickt und an dem man sich bewusst macht, was er bedeutet hat und bis heute bedeutet. Für die Kameraden, für die Verwundeten, für die Familien und für alle, die diesen Tag in sich tragen.
Es geht nicht darum, jedes Detail zu kennen oder jede Situation nachvollziehen zu können, sondern darum, sich zu erinnern und das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was an diesem Tag geschehen ist. Erinnerung bedeutet in diesem Zusammenhang auch Verantwortung, weil sie dafür sorgt, dass die, die gefallen sind, nicht nur Teil der Vergangenheit bleiben, sondern auch Teil unseres heutigen Bewusstseins.
Und vielleicht ist genau das das Wichtigste, was bleibt. Dass wir uns erinnern. Dass wir die Namen kennen. Dass wir verstehen, dass hinter diesem Datum mehr steht als ein Ereignis.
Dass wir nicht vergessen.
Für Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.

In stillem Gedenken an Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.
Für alle, die gefallen sind.
Für alle, die diesen Tag bis heute mit sich tragen.
Ihr seid nicht vergessen.
👉 Weiterführende Informationen und Gedenken
👉 Bundeswehr – Gedenken an gefallene Soldaten
https://www.bundeswehr.de
👉 Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
https://www.volksbund.de
Gerade weil viele Dinge schwer greifbar sind, habe ich mit meinem Kinderbuch „Mama, warum trägst du eine Uniform?“ einen Weg gesucht, Kindern diese Welt behutsam näherzubringen.
👉 Mein Kinderbuch: Mama, warum trägst du eine Uniform