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Stefan-Kamins-Straße in Euskirchen: Eine besondere Würdigung am Veteranentag

Stefan-Kamins-Straße vor der Mercator-Kaserne in Euskirchen

Mein erster Blick auf die Stefan-Kamins-Straße

Heute Nachmittag war ich zu einem Termin in der Mercator-Kaserne. Als ich anschließend das Gelände verließ, fiel mein Blick auf ein Straßenschild, das ich bisher nur von Fotos kannte: Stefan-Kamins-Straße.

Obwohl die feierliche Umbenennung bereits am Samstag, dem 13. Juni 2026, im Rahmen des Veteranentages stattgefunden hatte, war es für mich etwas Besonderes, das Schild zum ersten Mal selbst zu sehen. Aus einem Straßennamen wird plötzlich ein sichtbares Zeichen der Erinnerung, das jeden Tag daran erinnert, dass hinter Uniformen Menschen und Geschichten stehen.

Warum die Straße nach Stefan Kamins benannt wurde

Stefan Kamins war der erste Soldat des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw), der aus einem Auslandseinsatz nicht zurückkehrte. Sein Tod hat Kameradinnen und Kameraden, Freunde und Angehörige tief bewegt. Mit der Benennung der Stefan-Kamins-Straße bleibt sein Name dauerhaft sichtbar und die Erinnerung an ihn lebendig.

Die feierliche Umbenennung war aus meiner Sicht ein würdiger und passender Bestandteil des Veteranentages. Die Stadt Euskirchen hat gemeinsam mit der Bundeswehr und zahlreichen Unterstützern einen respektvollen und emotionalen Rahmen geschaffen. Der Veteranentag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen und ihre Leistungen für unser Land anzuerkennen.

Die Menschen hinter der Initiative

Hinter einer solchen Ehrung stehen oft Menschen, die viel Zeit und Herzblut investieren. Die Initiative zur Umbenennung der Straße in Stefan-Kamins-Straße wurde von Jürgen Görlich angestoßen, der sich mit großem Engagement für diese Form des Gedenkens eingesetzt hat.

Unterstützt wurde er dabei von meinem persönlichen „Lieblings-Stabsfeldwebel“ André Korb, der das Vorhaben von Anfang an begleitet und mit viel Einsatz vorangetrieben hat. Dass diese besondere Würdigung nun Wirklichkeit geworden ist, ist auch ihrem Engagement zu verdanken.

Veteranentag in Euskirchen mit vielen Unterstützern

Beeindruckend war auch, wie viele Vereine, Verbände, Organisationen und engagierte Menschen zum Gelingen des Veteranentages beigetragen haben. Ob Veteranenkultur, das Bundeswehr-Sozialwerk, der Sozialdienst der Bundeswehr, die Soldaten- und Veteranen-Stiftung, die Gesellschaft für Sicherheitspolitik, das Netzwerk der Frauen der Bundeswehr meet B(w), Gesichter des Lebens mit Daniela Skrzypczak, der Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V. mit Hauptmann Kai Matschullis und viele weitere Unterstützer – sie alle haben dazu beigetragen, dass dieser Tag zu einem würdigen Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für unsere Veteraninnen und Veteranen wurde.

Meet B(w) Netzwerk der Frauen der Bundeswehr beim Veteranentag Euskirchen

Besonders gefreut hat mich auch, das Netzwerk meet B(w) kennenzulernen. Das Netzwerk von Frauen für Frauen bei der Bundeswehr setzt sich für Austausch, Unterstützung und Sichtbarkeit ein. Solche Initiativen zeigen, wie vielfältig die Bundeswehrgemeinschaft ist und wie wichtig Zusammenhalt auch über den eigentlichen Dienst hinaus bleibt.

Die Familie von Stefan Kamins im Mittelpunkt

Besonders bewegend war die Anwesenheit der Familie von Stefan Kamins. Zu sehen, wie seine Angehörigen an diesem besonderen Moment teilhaben konnten, hat viele Menschen berührt.

In solchen Augenblicken wird deutlich, dass hinter jeder Uniform ein Mensch steht und hinter jedem gefallenen Soldaten eine Familie, die mit diesem Verlust leben muss. Die Emotionen waren spürbar und machten die Bedeutung dieser Ehrung noch greifbarer.

Warum mich die Stefan-Kamins-Straße persönlich berührt

Ich selbst war mehrfach im Auslandseinsatz. Die längste und prägendste Zeit verbrachte ich dabei in Afghanistan. Später folgten weitere Einsätze, unter anderem in Mali und Italien. Jeder Einsatz war anders, doch eines hatten sie alle gemeinsam: Man verlässt für mehrere Monate sein gewohntes Leben.

Zuhause laufen Geburtstage, Familienfeiern, Schulveranstaltungen und viele kleine Momente des Alltags weiter, während man selbst tausende Kilometer entfernt seinen Auftrag erfüllt. Stattdessen besteht der Alltag aus Dienst, Sicherheitsvorgaben, Kameradschaft und dem Wissen, dass man sich jederzeit auf die Menschen um sich herum verlassen können muss.

Gerade Afghanistan hat mich geprägt. Dort habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten sein können und wie wichtig Zusammenhalt ist. Man lernt Menschen kennen, mit denen man unter normalen Umständen wahrscheinlich nie in Berührung gekommen wäre. Manche dieser Begegnungen vergisst man nie. Gleiches gilt für die Kameradinnen und Kameraden, mit denen man viele Monate zusammenarbeitet, lebt und oft auch schwierige Situationen meistert.

Wenn man mehrere Einsätze erlebt hat, entwickelt man einen besonderen Blick auf Themen wie Erinnerung und Kameradschaft. Man kennt die Freude, nach Monaten wieder nach Hause zurückzukehren. Gleichzeitig weiß man, dass diese Rückkehr nicht für alle selbstverständlich ist.

Weitere persönliche Einblicke in meinen Dienstalltag, Auslandseinsätze und das Leben als Soldatin findest du in der Kategorie Bundeswehr & Einsätze.

Vielleicht hat mich die Stefan-Kamins-Straße deshalb heute so bewegt. Als ich vor dem Schild stand, musste ich an einen Gedanken denken, der mich auch beim Schreiben meines Kinderbuches „Mama, warum trägst du eine Uniform?“ begleitet hat: Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch. Ein Mensch mit einer Geschichte, einer Familie, Freunden, Träumen und Plänen für die Zukunft. Genau daran erinnert die Stefan-Kamins-Straße. Nicht an einen Dienstgrad oder eine Verwendung, sondern an einen Menschen, der nicht vergessen werden soll.

Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch. Mehr zu meinen Büchern und Projekten findest du in der Kategorie Bücher & Projekte.

Ein bleibendes Zeichen der Erinnerung

Der Veteranentag bot die Gelegenheit, Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen, ihre Geschichten zu erzählen und ihnen Anerkennung entgegenzubringen. Die Umbenennung der Stefan-Kamins-Straße war dafür ein starkes und bleibendes Zeichen.

Sie verbindet Erinnerung, Respekt und Dankbarkeit auf eine Weise, die weit über diesen einen Tag hinaus Bestand haben wird. Für mich war der heutige Blick auf das Straßenschild mehr als nur ein kurzer Moment auf dem Weg nach Hause. Er war eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die Menschen hinter den Uniformen nicht zu vergessen.

Die Stefan-Kamins-Straße wird künftig jeden Tag daran erinnern.

Stefan-Kamins-Straße vor der Mercator-Kaserne in Euskirchen

Veteranentag

Der Veteranentag soll die Leistungen von Veteraninnen und Veteranen sichtbar machen und die Verbindung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft stärken. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website des Veteranentages.

Bundeswehr

Wer mehr über die Bundeswehr und ihre Einsätze erfahren möchte, findet umfangreiche Informationen auf der offiziellen Website der Bundeswehr.

Stadt Euskirchen

Die Stadt Euskirchen hat den Veteranentag und die Straßenumbenennung in einem würdigen Rahmen begleitet. Weitere Informationen zur Stadt gibt es auf der offiziellen Website der Kreisstadt Euskirchen.

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